TCS-Kindersitztest: Grosse Sicherheitsunterschiede zwischen den Modellen

Teilen: |

Touring Club Suisse (TCS)
Bildrechte: Touring Club Schweiz/Suisse/Svizzero - TCS

20.10.2026, Vernier/Ostermundigen - Der Touring Club Schweiz hat im Rahmen seines Herbsttests 2026 insgesamt 16 Kindersitze getestet. Sieben Modelle erhalten die Bewertung "sehr empfehlenswert", fünf werden als "empfehlenswert" eingestuft. Zwei Kindersitze weisen jedoch bei den Crashtests gravierende Mängel auf und erhalten die Bewertung "nicht empfehlenswert". Bereits am 6. Oktober hatte der TCS eine Warnung zu diesen beiden Modellen, dem "Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z" und dem "Axkid Minikid Core", veröffentlicht. Der Test zeigt zudem erhebliche Risiken bei bestimmten Kindersitzen auf, die über Handelsplattformen ausserhalb Europas gekauft wurden.

Für den aktuellen Test wurden 16 Kindersitze verschiedener Grössenkategorien anhand von fünf Kriterien bewertet: Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffgehalt und Umweltbelastung. Die Anforderungen der TCS-Tests gehen über die gesetzlichen Zulassungsvorschriften hinaus, insbesondere bei den Crashtests. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen, auch wenn die Mehrheit der getesteten Sitze eine positive Bewertung erhält.

Insgesamt positive Ergebnisse, jedoch mit einigen Vorbehalten

Von den 16 getesteten Kindersitzen erhalten sieben die Bewertung "sehr empfehlenswert", fünf werden als "empfehlenswert", zwei als "bedingt empfehlenswert" und zwei als "nicht empfehlenswert" eingestuft.

Unter den sieben "sehr empfehlenswerten" Modellen belegt der "Maxi-Cosi Coral Slide Pro + FamilyFix Slide Pro" mit einem Gesamtergebnis von 68 Prozent den ersten Platz, gefolgt vom "Cybex Cloud G3 + Base G3" und dem "Joie i-Gemm 3 + i-Base Encore" mit jeweils 66 Prozent. Der "Cybex Cloud G3" und der "Recaro Toron 1" erreichen 64 Prozent, während der "Cybex Sirona G3 + Base G3" und der "Maxi-Cosi MobiFix Pro" jeweils 60 Prozent erzielen.

Fünf weitere Modelle erhalten die Bewertung "empfehlenswert": der "Joie i-Gemm 3" (58 Prozent), der "Avova Alera X1" (54 Prozent), der "Maxi-Cosi Coral Slide Pro" (50 Prozent), der "Britax Römer Baby-Safe Pro" (48 Prozent) und der "Lionelo Neal i-Size" (40 Prozent).

Zwei Modelle werden als "bedingt empfehlenswert" eingestuft. Der "Joie i-Provo" (38 Prozent) zeigt Schwächen beim Seitenaufpralltest: Der Kopf des Dummys verlässt den Schutzbereich der Kopfstütze und prallt gegen die Fahrzeugtür. Der "Avionaut Aerofix Smart + IQ Orbit" (34 Prozent) wird hingegen aufgrund des Nachweises von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Sitzbezug abgewertet. Die gemessenen Konzentrationen liegen nahe an den europäischen Grenzwerten.

Zwei Kindersitze nicht empfehlenswert

Zwei Modelle erhalten die Bewertung "nicht empfehlenswert". Wie bereits in der Warnung des TCS vom 6. Oktober mitgeteilt, wiesen der "Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z" und der "Axkid Minikid Core" bei den Frontalaufpralltests gravierende Mängel auf. Beim ersten Modell öffnete sich das Gurtschloss, wodurch der Dummy aus der Sitzschale geschleudert wurde. Beim zweiten Modell zog sich der Stützfuss vollständig ein und das Gurtschloss wurde aus seiner Verankerung gerissen. Beide Modelle erzielen ein Gesamtergebnis von 0 Prozent.

Kindersitze aus dem aussereuropäischen Onlinehandel bergen erhebliche Risiken

Im Rahmen des Tests wurden zudem drei Kindersitze untersucht, die über Handelsplattformen mit Sitz ausserhalb Europas gekauft wurden. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Keines der drei Produkte erfüllt die Anforderungen des Verbraucherschutztests.

Die Kindersitze "Kindersitz Auto Tragbar Sicherheitsgurt Polyester", angeboten auf verodie.co, und "Kindersitz | Fünf-Punkt-Gurt | Atmungsaktiv & Verstellbar | Nestride", angeboten auf shopwecro.com, verfügen über keinerlei Zulassung und dürfen daher in der Europäischen Union nicht für den Transport von Kindern im Auto verwendet werden. Dennoch können diese Produkte über die genannten Websites bestellt und nach Europa geliefert werden, obwohl sie keine Zulassung besitzen. Bei den Frontalaufpralltests versagten ihre Rückhaltesysteme, was zu einem sehr hohen Verletzungsrisiko führt. Das dritte Modell, der über AliExpress gekaufte "3-in-1 Kinderwagen aus Kunstleder mit Autositz, faltbar, für Neugeborene, Babys und Kleinkinder, Luxus-Kinderwagen", verfügt zwar über eine Zulassung, weist jedoch beim Seitenaufpralltest erhebliche Schwächen auf: Der Kopf des Dummys prallte gegen die Fahrzeugtür.

Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, vor dem Kauf eines Kindersitzes dessen Zulassung und Qualität zu überprüfen, insbesondere beim Kauf über Onlinehandelsplattformen.

Den richtigen Kindersitz auswählen und korrekt einbauen

Der TCS empfiehlt Eltern, sich vor dem Kauf über die Testergebnisse zu informieren und gemeinsam mit ihrem Kind und ihrem Fahrzeug ein Fachgeschäft aufzusuchen, um die infrage kommenden Modelle auszuprobieren. Dabei ist es wichtig, die Kompatibilität des Kindersitzes mit dem Fahrzeug zu überprüfen, die Anweisungen des Herstellers zu befolgen und darauf zu achten, dass die Sicherheitsgurte und das Gurtsystem korrekt positioniert und ausreichend straff angezogen sind. Ein geeigneter und korrekt eingebauter Kindersitz ist unerlässlich, um Kinder bei einem Unfall wirksam zu schützen.

Kinder während der Autofahrt richtig sichern

  • Stellen Sie den Kindersitz auf die aktuelle Körpergrösse ein.

  • Platzieren Sie den Kindersitz wenn immer möglich auf dem Rücksitz. Ein- und Ausstieg sind am sichersten auf der dem Strassenrand zugewandten Seite.

  • Stellen Sie sicher, dass der Kindersitz fest mit dem Fahrzeug verbunden ist.

  • Ziehen sie den Sicherheitsgurt straff an, sodass er ohne Spielraum am Körper des Kindes anliegt. Dicke Winterjacken öffnen oder ausziehen.

  • Sitzerhöhungen mit Rückenlehne bieten mehr Sicherheit und Komfort als solche ohne Rückenlehne.

  • Gurtverlauf und Kopfabstützung dem wachsenden Kind anpassen

  • Rückwärts gerichtete Systeme nicht bei aktiven Front-Airbags auf dem Beifahrersitz verwenden.

Pressekontakt:

Vanessa Flack, Mediensprecherin TCS
Tel. 058 827 34 41 | vanessa.flack@tcs.ch

--- ENDE ARTIKEL TCS-Kindersitztest: Grosse Sicherheitsunterschiede zwischen den Modellen ---

Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Touring Club Schweiz/Suisse/Svizzero - TCS

Über Touring Club Suisse (TCS):

Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1,6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an.

Alle 70 Sekunden erfolgt eine Hilfeleistung. 200 Patrouilleure sind jährlich mit etwa 361'000 Einsätzen auf Schweizer Strassen unterwegs und ermöglichen in mehr als 80 % der Fälle eine sofortige Weiterfahrt. Die ETI-Zentrale organisiert jährlich etwa 63'000 Hilfeleistungen, darunter 3500 medizinische Abklärungen und über 1300 Repatriierungen. TCS Ambulance ist der grösste private Akteur für Rettungsdienst und Krankentransport in der Schweiz mit 400 Mitarbeitenden, 22 Logistikbasen und rund 45'000 Einsätzen pro Jahr. Die Rechtsschutz-Büros bearbeiten 52'000 Fälle und geben rund 10’000 Rechtsauskünfte.

Seit 1908 setzt sich der TCS ein für mehr Sicherheit in der Mobilität – möglich dank der Mitgliedschaft. Er entwickelt Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen, testet Mobilitätsinfrastrukturen und berät Behörden. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115'000 Leuchtgürtel und 90'000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich.

Mit 32 Plätzen und rund 900'000 Logiernächten ist der TCS auch der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 43’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.

Quellen & Netzwerke:
news aktuell HELP.ch
Zusätzliche Datei-Verweise:
Touring Club Suisse (TCS) (Firmenporträt)