Wer an Flughäfen in Transfer-Shuttles einsteigt, hat es nicht selten mit führerlosen vollelektronischen Schienen- oder Magnetbahnkombinationen zu tun. Sie rollen bereits autonom, doch bewegen sie sich - meist im Tunnel - auf Strecken ohne Querverkehr oder andere Einflüsse von aussen.
Was Siemens nun in Potsdam bei ersten Versuchsfahrten einsetzt, unterscheidet sich jedoch in vielem deutlich von solchen Pendelbahnen. Das Combino genannte Tram bleibt zwar auf dem vorgegebenen Schienennetz, doch muss es sich bei der Fahrt anderen Verkehrsteilnehmern stellen und entsprechend korrekt agieren.
Mit dem Versuch will Siemens zeigen, wie weit die Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) beim Zusammenspiel im Strassen- und Schienenverkehr gediehen ist. KI-Algorithmen ermöglichen dem Combino-Tram, Signale und Hindernisse wie auch Fussgänger, Velos und andere Fahrzeuge zu erkennen und entsprechend zu reagieren. An Bord der Combino-Strassenbahn befinden sich die gleichen Instrumente wie bei autonom fahrenden Forschungsautos. Dazu gehören Kameras, Radar- und Lidarsensoren, um das aktuelle Verkehrsgeschehen in Echtzeit abzubilden.
Die Versuchsfahrten finden im Rahmen der Berliner Transportmesse InnoTrans 2018 statt und beschränken sich auf eine Teststrecke mit sechs Kilometern Länge, die vom Tramdepot in einem Rundkurs durch die Innenstadt von Potsdam führt. Noch ausstehend sind nach den ersten Fahrten bisher Personentransporte, obwohl eine Überwachungsperson im Cockpit jederzeit im Notfall die Steuerung übernehmen könnte. Gemeinsam mit Experten der Universität Karlsruhe will Siemens im nächsten Schritt prüfen, wie die autonome Bahn extensiver genützt werden kann, etwa im automatisierten Einsatz, erneut in Potsdam.
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