Der Vorstand des SBPV hat diese Forderungen nach Rücksprache mit den gewählten Personalvertretungen beschlossen. Diese verhandeln in den Banken mit den Arbeitgebenden über die Löhne. Der SBPV empfiehlt ihnen, Forderungen in dieser Grössenordnung zu stellen und dabei die wirtschaftliche Lage und die Besonderheiten ihrer Bank zu berücksichtigen.
Die Banken sollen offenlegen, nach welchen Kriterien sie die zusätzlichen Lohnmittel verteilen. Mitarbeitende und Personalvertretungen müssen nachvollziehen können, wer aus welchen Gründen eine Lohnerhöhung erhält. Zudem sollen die Banken ihre Lohnbänder überprüfen und bei Bedarf anheben.
Gute Ergebnisse müssen auch den Mitarbeitenden zugutekommen
Die vorliegenden Halbjahresergebnisse 2026 zeigen: Die meisten Banken haben die bereits guten Ergebnisse des Vorjahres nochmals übertroffen, auch im Zinsdifferenzgeschäft. Das gilt über die verschiedenen Bankentypen hinweg, von Raiffeisen über Kantonal- und Regionalbanken bis zu Privatbanken. Die Grossbank UBS erzielt ebenfalls Quartal für Quartal hohe Gewinne. Doch nicht überall profitieren die Mitarbeitenden angemessen von den hohen Bankgewinnen.
Unsere Lohnforderung setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
1. Kaufkraft erhalten
Die Teuerung dürfte 2026 gemäss den aktuellen Prognosen leicht höher ausfallen als im Vorjahr. Zudem bleibt unsicher, wie sich die geopolitische Lage auf den Ölpreis und somit auf die Preise in der Schweiz auswirkt. Gleichzeitig steigen die Krankenkassenprämien weiter. Dieser Anstieg ist in der offiziell ausgewiesenen Teuerung nicht enthalten. Berücksichtigt man auch die höheren Prämien, haben die Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren noch mehr Kaufkraft verloren.
2. Versäumte Lohnerhöhungen nachholen
In den Jahren 2022 und 2023 war die Teuerung hoch. Kaum eine Bank hat sie vollständig ausgeglichen. Viele Bankangestellte haben seit Jahren keine Lohnerhöhung erhalten. Auch die vergleichsweise geringe Teuerung der vergangenen zwei Jahre wurde nur selten generell ausgeglichen. Diesen Rückstand gilt es aufzuholen.
3. Höhere Produktivität honorieren
Neue digitale Technologien, darunter künstliche Intelligenz, helfen den Banken, produktiver zu arbeiten. Gleichzeitig bauten und bauen etliche Finanzinstitute Personal ab, um Kosten zu senken. Für die verbleibenden Mitarbeitenden bedeutet das in der Regel eine höhere Arbeitsbelastung. Erbringt weniger Personal weiterhin die gleiche Leistung, steigt die Produktivität ebenfalls. Diese Produktivitätsgewinne müssen bei der Lohnentwicklung berücksichtigt werden.
Mindestens 2000 Franken mehr für tiefere und mittlere Löhne
Am 1. Januar 2027 steigen die jährlichen Mindestlöhne im Gesamtarbeitsvertrag der Branche, der «Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten (VAB)», um 2000 Franken. Der SBPV fordert, auch alle übrigen Jahreslöhne bis 120‘000 Franken um mindestens 2000 Franken zu erhöhen. Die Beträge beziehen sich auf ein Vollzeitpensum. So erhalten Mitarbeitende mit tieferen und mittleren Löhnen eine spürbare Verbesserung.
Faire Lohnerhöhungen und transparente Kriterien für deren Verteilung stärken die Kaufkraft, die Motivation und die Loyalität der Mitarbeitenden mit ihrer Bank.

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