Raststättentest: Frankreich an der Spitze, Spanien bildet das Schlusslicht

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Touring Club Suisse (TCS)
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16.06.2026, Vernier/Ostermundigen (ots) - Der TCS hat 129 Raststätten in Frankreich, Spanien und Portugal getestet. Ziel dieser Untersuchung war es, die Qualität der Dienstleistungen, die Vielfalt der Infrastrukturen sowie deren Eignung für die Bedürfnisse der Reisenden zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen markante Unterschiede zwischen den Ländern. Frankreich zeichnet sich durch die insgesamt hohe Qualität seiner Raststätten aus, während Spanien insbesondere bei Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge deutlich zurückliegt. Portugal erzielt insgesamt eine positive Bilanz und hebt sich insbesondere durch sein Gastronomieangebot hervor.

Mit Blick auf die Sommerferien bereiten sich Tausende von Touristinnen und Touristen darauf vor, die europäischen Autobahnen zu nutzen. Um festzustellen, welche Länder die besten Infrastrukturen bieten, führte der TCS im Frühling 2026 einen Praxistest auf 129 Raststätten entlang der wichtigsten Autobahnachsen in Frankreich, Spanien und Portugal durch. Die Untersuchung knüpft an die in den Jahren 2024 und 2025 durchgeführten Erhebungen zu Raststätten in der Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien an. Zwei TCS-Experten legten im Rahmen dieser Studie nahezu 10'000 Kilometer zurück.

Zahlreiche Kriterien analysiert

Der Test umfasste 52 Raststätten in Frankreich, 60 in Spanien und 17 in Portugal. Alle wurden anhand eines standardisierten Bewertungsrasters beurteilt. Die TCS-Experten untersuchten die Parkinfrastruktur, Schnellladestationen, Einrichtungen für Wohnmobile, Freizeit- und Erholungsbereiche sowie das Gastronomie- und Einkaufsangebot. Jede Raststätte wurde nach denselben Kriterien besucht und detailliert bewertet.

Ergebnisse nach Ländern: grosse Unterschiede

Die Unterschiede zwischen den drei untersuchten Ländern sind erheblich. Frankreich erreicht mit 69,5 % die beste Durchschnittsbewertung, vor Portugal (56,9 %) und Spanien (41,8 %).

Frankreich verfügt über neun als "ausgezeichnet" eingestufte Raststätten und 36 "sehr empfehlenswerte" Anlagen. Damit gehören mehr als 86 % der bewerteten Standorte zu den beiden höchsten Kategorien. Die Raststätten Besançon (89 %), Mâcon-la-Salle (88 %), Bolleville (84 %) belegen die Spitzenplätze, während Relais Bouguenais (22 %), Treillières (36 %) und Communay Sud (43 %) die Schlusslichter bilden.

Spanien hingegen verzeichnet lediglich eine einzige Raststätte in der Kategorie "sehr empfehlenswert". Von den 60 getesteten Raststätten überschreiten nur 11 die Marke von 50 %. Die Mehrheit der Standorte wird als "empfehlenswert" (34) oder "mit Vorbehalt empfehlenswert" (25) eingestuft. Die Raststätten La Caridad

(63 %), Penedès (58 %) und La Plana (58 %) erzielen die besten Ergebnisse, während Algarrobo (28 %), Torrox (29 %) und Moncalián (30 %) am Ende der Rangliste stehen.

Portugal nimmt mit 11 "empfehlenswerten", 5 "sehr empfehlenswerten" und 1 "mit Vorbehalt empfehlenswerten" Raststätte eine Mittelposition ein. Die Raststätten Aveiras (69 %), Santarém (68 %) und Almodôvar (61 %) erzielen die besten Bewertungen, während Galp Coronado (38 %), Alcochete (52 %) und Palmela (52 %) die niedrigsten Ergebnisse aufweisen.

Sehr unterschiedliche nationale Profile

Diese Unterschiede lassen sich durch deutliche Abweichungen bei den Infrastrukturen und Dienstleistungen der einzelnen Länder erklären. Frankreich überzeugt insbesondere durch die Qualität seiner Einrichtungen für Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Wohnmobilreisende. Entsorgungsstationen für Abwasser, Trinkwasserstellen, Sanitäranlagen und Duschen sind weit verbreitet. Auch die Erholungsbereiche sind gut ausgebaut und bieten Picknickplätze, Spielplätze, Fitnessgeräte und Hundezonen. Schnellladestationen sind zahlreich vorhanden und einfach zu bedienen. Dagegen bleibt das Gastronomieangebot sowie das Angebot an Gasflaschen und Wohnmobilzubehör begrenzt.

Spanien weist erhebliche Defizite bei der Ausstattung für Wohnmobile auf. Die grösste Schwäche betrifft jedoch die Schnellladeinfrastruktur: Nur etwas mehr als jede zehnte Raststätte verfügt über Schnellladestationen, und viele Ladepunkte waren während des Tests defekt oder ausser Betrieb. Auch die Zahlungsmöglichkeiten und die Transparenz der Tarife wurden als unzureichend bewertet.

Portugal hebt sich durch sein Gastronomie- und Einkaufsangebot sowie durch eine gute Ausstattung mit Schnellladestationen hervor. Die Ergebnisse werden jedoch durch den Mangel an Infrastruktur für Wohnmobile beeinträchtigt, insbesondere bei Entsorgungsmöglichkeiten für Schwarz- und Grauwasser sowie bei der Versorgung mit Trinkwasser.

Empfehlungen für eine mobile Zukunft in Europa

Der Test verdeutlicht den Nutzen gemeinsamer Standards auf europäischer Ebene, um Qualität und Funktionalität von Raststätten zu verbessern. Ziel sollte es sein, ein verlässliches Mindestniveau an Dienstleistungen zu gewährleisten - etwa bei Ladeinfrastruktur, Entsorgungseinrichtungen, kinder- und tierfreundlicher Ausstattung, Sauberkeit und Sicherheit. Der TCS ruft zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden, Betreibern und europäischen Mobilitätsclubs auf, um die Reiseinfrastruktur nachhaltiger und benutzerfreundlicher zu gestalten - für alle Verkehrsteilnehmenden, unabhängig vom gewählten Fortbewegungsmittel.

Pressekontakt:

Marco Wölfli, Mediensprecher TCS

Tel. 058 827 34 03 | marco.woelfli@tcs.ch

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Über Touring Club Suisse (TCS):

Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1,6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an.

Alle 70 Sekunden erfolgt eine Hilfeleistung. 200 Patrouilleure sind jährlich mit etwa 361'000 Einsätzen auf Schweizer Strassen unterwegs und ermöglichen in mehr als 80 % der Fälle eine sofortige Weiterfahrt. Die ETI-Zentrale organisiert jährlich etwa 63'000 Hilfeleistungen, darunter 3500 medizinische Abklärungen und über 1300 Repatriierungen. TCS Ambulance ist der grösste private Akteur für Rettungsdienst und Krankentransport in der Schweiz mit 400 Mitarbeitenden, 22 Logistikbasen und rund 45'000 Einsätzen pro Jahr. Die Rechtsschutz-Büros bearbeiten 52'000 Fälle und geben rund 10’000 Rechtsauskünfte.

Seit 1908 setzt sich der TCS ein für mehr Sicherheit in der Mobilität – möglich dank der Mitgliedschaft. Er entwickelt Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen, testet Mobilitätsinfrastrukturen und berät Behörden. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115'000 Leuchtgürtel und 90'000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich.

Mit 32 Plätzen und rund 900'000 Logiernächten ist der TCS auch der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 43’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.

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