Neben klassischen Suchmaschinen werden auch KI-Anwendungen wie ChatGPT genutzt, um Unternehmen zu recherchieren, Dienstleistungen zu vergleichen und mögliche Anbieter zu finden.
Für Schweizer Unternehmen entsteht damit eine zusätzliche Herausforderung: Es reicht nicht immer aus, mit einer Website oder einem Firmenverzeichnis-Eintrag im Internet präsent zu sein. Entscheidend ist auch, ob öffentlich verfügbare Informationen eine eindeutige Zuordnung und eine nachvollziehbare Beschreibung der Geschäftstätigkeit ermöglichen.
Besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen fehlen online häufig konkrete Angaben zu Dienstleistungen, Spezialisierungen oder Tätigkeitsgebieten. Ein Unternehmen kann seit vielen Jahren erfolgreich am Markt tätig sein und dennoch von einem KI-System nur unvollständig beschrieben werden.
Die folgenden fünf Fragen helfen, mögliche Informationslücken zu erkennen.
1. Erkennt ChatGPT mein Unternehmen eindeutig?
Die erste Frage betrifft die Identität des Unternehmens. Kann die KI den Firmennamen richtig zuordnen? Erkennt sie den Unternehmenssitz, die Rechtsform und die Geschäftstätigkeit?
Besonders bei ähnlichen Firmennamen, mehreren Standorten oder früheren Unternehmensbezeichnungen können Verwechslungen entstehen.
Eine eindeutige Unternehmensidentität mit korrektem Firmennamen, Adresse, Website und Unternehmens-Identifikationsnummer (UID) erleichtert die Zuordnung verschiedener Informationsquellen.
Unternehmen sollten deshalb regelmässig kontrollieren, ob ihre Angaben auf der eigenen Website, im Handelsregister und in relevanten Firmenverzeichnissen übereinstimmen.
2. Versteht die KI, welche Dienstleistungen wir anbieten?
Ein Eintrag im Handelsregister beschreibt den rechtlichen Zweck eines Unternehmens. Für potenzielle Kunden ist jedoch häufig entscheidend, welche konkreten Leistungen tatsächlich angeboten werden.
Ein Malergeschäft kann beispielsweise auf Fassadenrenovationen spezialisiert sein, eine Treuhandfirma auf die Beratung von Start-ups oder ein IT-Unternehmen auf bestimmte Branchenlösungen.
Solche Spezialisierungen lassen sich nicht immer aus einem allgemeinen Firmenzweck ableiten.
Fehlen konkrete Leistungsbeschreibungen, kann ein KI-System das Unternehmen möglicherweise einer Branche zuordnen, ohne ausreichend Informationen für eine begründete Empfehlung bei einer spezifischen Kundenanfrage zu besitzen.
Eine verständliche Unternehmensbeschreibung mit klar benannten Dienstleistungen und Kompetenzen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der digitalen Präsenz.
3. Sind unsere Standorte und Kontaktdaten korrekt?
Veraltete Adressen, nicht mehr gültige Telefonnummern oder unterschiedliche Angaben auf verschiedenen Plattformen erschweren die zuverlässige Einordnung eines Unternehmens.
Dies betrifft insbesondere Firmen mit mehreren Niederlassungen, kürzlich erfolgten Umzügen oder veränderten Geschäftsbezeichnungen.
Für Unternehmen empfiehlt sich ein regelmässiger Abgleich zwischen der eigenen Website, den Handelsregisterangaben und relevanten Online-Verzeichnissen.
Wichtig ist dabei auch die Unterscheidung zwischen dem rechtlichen Firmensitz und tatsächlichen Betriebsstandorten.
Je eindeutiger diese Informationen dokumentiert sind, desto besser lassen sich Verwechslungen vermeiden.
4. Welche wichtigen Informationen fehlen im Internet?
Nicht immer sind falsche Angaben das grösste Problem. Häufig fehlen Informationen vollständig.
Eine Firma ist zwar online auffindbar, doch über ihre konkreten Leistungen, Produkte, Tätigkeitsregionen oder besonderen Kompetenzen finden sich nur wenige Angaben.
Unternehmen sollten deshalb prüfen, welche Fragen potenzielle Kunden stellen könnten und ob die entsprechenden Antworten öffentlich zugänglich sind.
Dazu gehören beispielsweise:
- Welche Produkte und Dienstleistungen bietet das Unternehmen an?
- Für welche Kundengruppen oder Branchen ist es tätig?
- In welchen Regionen werden Leistungen erbracht?
- Welche Spezialisierungen oder nachprüfbaren Qualifikationen bestehen?
- Wo finden Interessenten weiterführende Informationen?
Die Antworten müssen nicht auf möglichst vielen Plattformen wiederholt werden. Entscheidend sind nachvollziehbare, aktuelle und gut strukturierte Informationen, die sich eindeutig dem Unternehmen zuordnen lassen.
5. Würde ChatGPT unser Unternehmen bei einer passenden Kundenanfrage berücksichtigen?
Die vielleicht wichtigste Frage geht über die reine Auffindbarkeit hinaus.
Es ist ein Unterschied, ob ein KI-System eine Firma kennt oder ob es diese bei einer konkreten Anfrage als möglichen Anbieter berücksichtigt.
Ein Unternehmen kann korrekt einer Branche zugeordnet werden, ohne dass genügend Informationen über seine tatsächlichen Leistungen vorhanden sind.
Wer beispielsweise nach einem spezialisierten Anbieter für Gebäudesanierungen, Unternehmensnachfolgen oder industrielle Automatisierung sucht, benötigt mehr als eine Firmenadresse und einen allgemeinen Geschäftszweck.
Welche Informationen ChatGPT berücksichtigt, hängt unter anderem davon ab, ob eine aktuelle Webrecherche durchgeführt wird, welche Quellen dabei zugänglich sind und wie die konkrete Anfrage formuliert ist.
Eine einzelne KI-Abfrage ist deshalb keine zuverlässige Messung der allgemeinen KI-Sichtbarkeit. Sie kann aber Hinweise auf Informationslücken, unklare Zuordnungen oder fehlende Leistungsbeschreibungen geben.
Eine garantierte Berücksichtigung oder Empfehlung durch KI-Systeme lässt sich daraus nicht ableiten.
KI-Check: Unternehmensinformationen direkt mit ChatGPT analysieren
Die Schweizer Informationsplattform HELP.CH hat ihre mehr als 850'000 Firmenporträts um eine neue KI-Check-Funktion erweitert.
Auf den Firmenporträts können Nutzer über den KI-Check direkt eine individuelle ChatGPT-Analyse zur jeweiligen Firma starten.
Dabei lassen sich öffentlich verfügbare Unternehmensinformationen untersuchen und mögliche Informationslücken erkennen. Die Analyse kann anschliessend durch eigene Fragen vertieft werden, beispielsweise zu Dienstleistungen, Spezialisierungen oder zur Einordnung des Unternehmens innerhalb seiner Branche.
Die Ergebnisse sind als Orientierungshilfe zu verstehen. Sie stellen weder eine amtliche Unternehmensprüfung noch eine verbindliche Qualitätsbewertung dar.
Der KI-Check bietet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen eine einfache Möglichkeit, ihre digitale Präsenz aus Sicht einer KI-gestützten Recherche zu betrachten.
Weitere Informationen: HELP.CH – Schweizer Firmenverzeichnis
Strukturierte Unternehmensinformationen gewinnen an Bedeutung
Neben der Vollständigkeit der Angaben spielt auch deren technische Aufbereitung eine Rolle.
Eindeutige Unternehmenskennungen, strukturierte Daten, nachvollziehbare Quellen und Verknüpfungen zwischen Firmenprofilen, Websites und weiteren Veröffentlichungen können dazu beitragen, dass digitale Systeme Unternehmensinformationen besser zuordnen und interpretieren.
Unternehmen, die ihre Angaben gezielt ergänzen möchten, können dafür unter anderem erweiterte Firmenprofile nutzen. HELP.CH bietet mit dem KI Booster zusätzliche Möglichkeiten zur strukturierten Darstellung von Unternehmensinformationen.
Entscheidend bleiben korrekte, vollständige und nachvollziehbare Angaben. Eine bestimmte Platzierung oder Empfehlung durch KI-Systeme kann auch mit solchen Massnahmen nicht garantiert werden.
Weitere Informationen: KI Booster Schweiz
Fazit: Entscheidend ist, was über ein Unternehmen tatsächlich bekannt ist
Für Schweizer Unternehmen lohnt es sich, die eigene digitale Präsenz nicht nur aus Sicht klassischer Suchmaschinen zu betrachten.
Die zentrale Frage lautet zunehmend: Können digitale Informationssysteme das Unternehmen eindeutig erkennen, seine Leistungen verstehen und die verfügbaren Angaben zuverlässig einordnen?
Wer diese Fragen regelmässig überprüft und Informationslücken gezielt schliesst, schafft eine bessere Grundlage für die Unternehmensrecherche mit Suchmaschinen und künstlicher Intelligenz.

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