KI-Regulierung: 89 Prozent halten weltweite Regeln für wichtig

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KI-generiertes Symbolbild / HELP Media AG

26.10.2026, Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt eine breite Zustimmung zu internationalen Regeln für Künstliche Intelligenz. Fast neun von zehn Befragten in Deutschland halten solche Vorgaben für wichtig oder sehr wichtig. Auch die Schweiz arbeitet an neuen rechtlichen Rahmenbedingungen. Für Unternehmen gewinnen dabei Fragen zu Transparenz, Verantwortung und dem zuverlässigen Umgang mit KI-Systemen an Bedeutung.

Der Wunsch nach international abgestimmten Regeln für Künstliche Intelligenz (KI) ist in Deutschland weit verbreitet. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa halten 89 Prozent der Befragten weltweit gültige Regeln für den Einsatz von KI für wichtig oder sehr wichtig.

Die Ergebnisse wurden von der Fachzeitschrift «Internationale Politik» in ihrer Ausgabe November/Dezember 2026 veröffentlicht.

Von den 1'000 befragten Personen beurteilen 70 Prozent internationale KI-Regeln als sehr wichtig. Weitere 19 Prozent halten sie für wichtig. Lediglich 9 Prozent messen solchen Vorschriften wenig oder keine Bedeutung bei. Zwei Prozent antworteten mit «weiss nicht».

Die Befragung fand vom 9. bis 12. Oktober 2026 statt. Die statistische Fehlertoleranz beträgt ±3 Prozentpunkte.

Junge Erwachsene gewichten KI-Regeln anders

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Altersgruppen. Bei den 18- bis 29-Jährigen bezeichnen 47 Prozent weltweit gültige KI-Regeln als sehr wichtig. Weitere 38 Prozent halten sie für wichtig.

Unter den 45- bis 59-Jährigen stufen dagegen 79 Prozent solche Regeln als sehr wichtig ein. Bei den mindestens 60-Jährigen liegt dieser Anteil bei 77 Prozent.

Damit misst auch unter den jüngeren Erwachsenen eine grosse Mehrheit internationalen KI-Regeln Bedeutung bei. Ältere Befragte wählen jedoch häufiger die höchste Antwortkategorie.

Zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen laut der Untersuchung hingegen kaum Unterschiede in der grundsätzlichen Einschätzung. Auch zwischen Frauen und Männern fallen die Abweichungen vergleichsweise gering aus.

Warum gemeinsame KI-Regeln zunehmend diskutiert werden

Künstliche Intelligenz wird weltweit entwickelt und eingesetzt. Sprachmodelle, KI-Assistenten und automatisierte Entscheidungssysteme verarbeiten Informationen über Ländergrenzen hinweg. Gleichzeitig unterscheiden sich die gesetzlichen Anforderungen teilweise erheblich.

Während die Europäische Union mit ihrer KI-Verordnung, dem sogenannten AI Act, einen umfassenden Rechtsrahmen geschaffen hat, verfolgen andere Staaten unterschiedliche regulatorische Ansätze.

Im Mittelpunkt der internationalen Diskussion stehen insbesondere Datenschutz, Transparenz, Nichtdiskriminierung, Sicherheit und die Verantwortung für KI-generierte Ergebnisse.

Dabei geht es um grundlegende Fragen: Wer haftet bei fehlerhaften Entscheidungen automatisierter Systeme? Welche Informationen müssen Anbieter offenlegen? Und wie lässt sich verhindern, dass KI- Anwendungen bestehende Vorurteile oder falsche Informationen weiterverbreiten?

Internationale Vereinbarungen könnten dazu beitragen, gemeinsame Mindeststandards festzulegen und rechtliche Unterschiede zwischen einzelnen Märkten zu verringern.

Die Forsa-Umfrage zeigt eine breite Zustimmung zur Bedeutung solcher Regeln. Sie beantwortet allerdings nicht, wie streng diese ausgestaltet sein sollten oder welche konkreten Massnahmen die Bevölkerung unterstützen würde.

Auch die Schweiz bereitet neue KI-Regeln vor

Die Regulierung Künstlicher Intelligenz gewinnt auch in der Schweiz an Bedeutung. Anders als die Europäische Union verfügt die Schweiz bislang über kein umfassendes, eigenständiges KI-Gesetz.

Das bedeutet jedoch nicht, dass KI-Anwendungen rechtlich ungeregelt eingesetzt werden dürfen. Bereits heute gelten unter anderem das Datenschutzgesetz sowie weitere branchenspezifische Vorschriften, die je nach Einsatzgebiet zu beachten sind.

Am 27. März 2025 unterzeichnete die Schweiz die KI-Konvention des Europarats. Sie verfolgt das Ziel, den Schutz der Menschenrechte, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit bei der Entwicklung und Nutzung Künstlicher Intelligenz zu stärken.

Der Bundesrat setzt bei der geplanten Umsetzung auf einen Ansatz, der bestehende Gesetze berücksichtigt und gezielte zusätzliche Regelungen vorsieht.

Gemäss einer Mitteilung des KMU-Portals des Bundes vom 23. September 2026 soll die Vernehmlassungsvorlage im Frühjahr 2027 ausgearbeitet werden. Sie soll insbesondere Fragen der Transparenz, des Datenschutzes, der Nichtdiskriminierung und der Aufsicht behandeln.

Dabei verfolgt die Schweiz das Ziel, die Grundrechte zu schützen und gleichzeitig günstige Rahmenbedingungen für Innovation und wirtschaftliche Entwicklung zu erhalten.

Schweizer Unternehmen stehen vor neuen Anforderungen

Für Unternehmen ist die internationale Entwicklung bereits heute relevant. Wer KI-Systeme entwickelt, anbietet oder für geschäftliche Prozesse einsetzt, muss unterschiedliche rechtliche Anforderungen berücksichtigen.

Insbesondere Schweizer Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zur Europäischen Union können von der europäischen KI-Verordnung betroffen sein. Unter bestimmten Voraussetzungen gelten deren Bestimmungen auch für Anbieter und Betreiber ausserhalb der EU.

Neben regulatorischen Fragen gewinnt ein weiterer Aspekt an Bedeutung: die Qualität und Nachvollziehbarkeit der Informationen, die KI-Systeme über Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen verarbeiten.

Mit diesem Themenfeld beschäftigt sich auch die Schweizer Plattform B2AI.ch – Business to Artificial Intelligence der Zürcher HELP Media AG.

B2AI® beschreibt die Informationsbeziehung zwischen Unternehmen und KI-Systemen. Im Zentrum stehen strukturierte Unternehmensdaten, eindeutige digitale Identitäten und öffentlich zugängliche Informationen, die eine möglichst zuverlässige Einordnung durch KI-Anwendungen unterstützen sollen.

Während gesetzliche Rahmenbedingungen den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz regeln sollen, beschäftigen sich solche Ansätze mit der praktischen Bereitstellung und Qualität digitaler Unternehmensinformationen.

Beide Themen verdeutlichen, dass die zunehmende Verbreitung von KI nicht nur technologische, sondern auch organisatorische und rechtliche Fragen aufwirft.

Internationale Regeln bleiben eine Herausforderung

Für international tätige Unternehmen können unterschiedliche nationale Vorschriften zu zusätzlichem Aufwand und Rechtsunsicherheit führen. Gemeinsam abgestimmte Grundprinzipien könnten dazu beitragen, die Anforderungen zwischen verschiedenen Märkten besser aufeinander abzustimmen.

Entscheidend bleibt allerdings, welche konkreten Verpflichtungen vereinbart werden und wie sich deren Einhaltung überprüfen lässt.

Die aktuelle Forsa-Umfrage liefert hierzu ein deutliches gesellschaftliches Signal aus Deutschland: Eine grosse Mehrheit hält international gültige Regeln für Künstliche Intelligenz für wichtig.

Ob daraus künftig weltweit einheitliche Vorschriften entstehen, bleibt offen. Für die Schweiz und ihre Unternehmen steht bereits heute fest, dass Transparenz, Datenqualität und ein verantwortungsvoller Umgang mit KI zu den zentralen Herausforderungen der digitalen Entwicklung gehören.

Quellen und weiterführende Informationen

Internationale Politik – IP-Forsa-Umfrage zu weltweit gültigen KI-Regeln, Ausgabe November/Dezember 2026

Schweizer KMU-Portal – Vorentwurf zur KI- Regulierung, 23. September 2026

Bundesamt für Justiz – Künstliche Intelligenz

Bundesverwaltung – Unterzeichnung der Europaratskonvention zu KI, 26. März 2025

B2AI.ch – Business to Artificial Intelligence

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