Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen steigt
Die am Mittwoch veröffentlichte Herbstprognose des KOF Instituts der ETH Zürich zeigt eine auffällige Entwicklung: Seit Anfang 2020 hat sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss mehr als verdoppelt. Die Arbeitslosigkeit insgesamt liegt dagegen rund ein Drittel höher.
Laut KOF erklärt die zunehmende Zahl von Hochschulgebildeten am Arbeitsmarkt diesen Unterschied nicht. Auch lässt sich der Anstieg nicht auf einzelne Branchen beschränken.
Eine im Bericht erwähnte KOF-Studie zeigt, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit insbesondere Berufe betrifft, deren Tätigkeiten stark gegenüber generativer KI exponiert sind. Gemeint sind Aufgaben, die KI unterstützen oder übernehmen kann.
Ob der zunehmende KI-Einsatz hinter dem beobachteten Anstieg steht, formuliert die KOF als mögliche Erklärung. Sollte sich diese bestätigen, könnte die wirtschaftliche Erholung den betroffenen Hochschulgebildeten weniger Entlastung bringen als gewöhnlich.
Mehr Beschäftigung bedeutet nicht automatisch weniger Arbeitslosigkeit
Für 2026 prognostiziert die KOF einen Anstieg der vollzeitäquivalenten Beschäftigung um 1,5 Prozent. Das Jahresplus beruht wesentlich auf revidierten Daten und dem starken ersten Halbjahr. In der zweiten Jahreshälfte dürfte der Stellenaufbau deutlich geringer ausfallen.
Die Arbeitslosenquote nach SECO-Definition wird für 2026 und 2027 auf jeweils durchschnittlich 3,1 Prozent geschätzt. Für 2028 erwartet die KOF 3,0 Prozent. Dahinter steht die Annahme, dass ein Teil der Arbeitslosigkeit strukturelle Ursachen hat und deshalb auch bei besserer Konjunktur bestehen bleibt.
Wachstumsprognose deutlich angehoben
Beim realen Bruttoinlandprodukt ohne internationale Sportgrossanlässe erwartet die KOF für 2026 neu ein Wachstum von 1,9 Prozent statt der im Sommer prognostizierten 0,8 Prozent. Für 2027 und 2028 werden jeweils 1,7 Prozent erwartet.
Das überraschend starke zweite Quartal und überarbeitete Wirtschaftsdaten verbessern die Ausgangslage. Impulse kamen insbesondere von Pharmaexporten, Konsumausgaben und Investitionen.
KI als möglicher Investitionsimpuls
KI erscheint im Ausblick zugleich als wirtschaftliche Chance: Eine schnellere Verbreitung könnte zusätzliche Investitionen auslösen und Produktivitätsfortschritte beschleunigen.
Die Prognose bleibt jedoch unsicher. Konflikte im Nahen Osten, neue US-Zölle und eine schwächere Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten könnten die Schweizer Wirtschaft belasten.
Redaktion: HELP Media AG
Quellen: KOF-Medienmitteilung vom 30. September 2026 und KOF-Konjunkturbericht Herbst 2026, insbesondere Kapitel 5.1.

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