Schweizer Kantone im Wirtschaftsvergleich: BFS revidiert BIP-Zahlen von 2011 bis 2024

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30.10.2026, Zürich - Das Bundesamt für Statistik hat die Wirtschaftsleistung der 26 Schweizer Kantone neu berechnet. Die Revision führt teilweise zu erheblichen Veränderungen: In Schaffhausen liegt das BIP für 2022 neu um 48,5 Prozent höher als bisher ausgewiesen. Beim realen Wirtschaftswachstum 2024 führt Zug die Rangliste an. Die neuen Daten ermöglichen einen genaueren Vergleich der Schweizer Wirtschaftsregionen.

Wie stark ist die Wirtschaft in den einzelnen Schweizer Kantonen tatsächlich? Eine umfassende Revision des Bundesamtes für Statistik (BFS) liefert darauf neue Antworten. Am 26. Oktober 2026 veröffentlichte das BFS überarbeitete Zahlen zum kantonalen Bruttoinlandprodukt (BIP) für die Jahre 2011 bis 2024.

Die Ergebnisse zeigen, dass die wirtschaftliche Leistung einzelner Kantone bisher teilweise anders eingeschätzt wurde. Besonders deutlich fallen die Korrekturen in Regionen mit international tätigen Unternehmen und Wirtschaftszweigen mit hoher Wertschöpfung aus.

Die Revision verändert zwar die ausgewiesene Wirtschaftsleistung einzelner Kantone erheblich, bestätigt aber weitgehend die bisherigen langfristigen Wachstumstrends.

Schaffhausen: BIP um 48,5 Prozent nach oben korrigiert

Die grösste statistische Veränderung betrifft den Kanton Schaffhausen. Für das Referenzjahr 2022 liegt das neu berechnete kantonale BIP um 48,5 Prozent über dem bisher veröffentlichten Wert.

Insgesamt wurden die BIP-Werte für acht Kantone deutlich nach oben korrigiert: Schaffhausen, Zug, Genf, Neuenburg, Basel-Stadt, Schwyz, Waadt und Nidwalden.

In den übrigen 18 Kantonen führten die neuen Berechnungen zu tieferen Werten. Das Ausmass der Veränderungen unterscheidet sich je nach Wirtschaftsstruktur und Bedeutung einzelner Branchen.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen statistischer Revision und tatsächlichem Wirtschaftswachstum. Die Aufwärtskorrektur von 48,5 Prozent in Schaffhausen bedeutet nicht, dass die Wirtschaft entsprechend gewachsen ist. Vielmehr wird die bereits erbrachte wirtschaftliche Wertschöpfung mit der neuen Berechnungsmethode genauer zugeordnet.

Die Rangfolge der Kantone nach ihrer gesamten Wirtschaftsleistung bleibt laut BFS relativ stabil.

Wirtschaftswachstum 2024: Zug und Schaffhausen an der Spitze

Neben der statistischen Revision veröffentlichte das BFS auch aktualisierte Ergebnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2024.

Insgesamt verzeichneten 17 der 26 Schweizer Kantone ein reales Wirtschaftswachstum gegenüber 2023.

Die stärksten Zuwächse registrierten:

  • Zug: +11,0 Prozent
  • Schaffhausen: +9,0 Prozent
  • Basel-Landschaft: +6,4 Prozent

In Zug wurde das Wachstum hauptsächlich von der Industrie und den Dienstleistungen getragen. In Schaffhausen leisteten insbesondere die Energiebranche, das Bildungs- und Gesundheitswesen sowie der Handel wichtige Beiträge.

Im Kanton Basel-Landschaft waren die Finanzbranche und weitere Dienstleistungen die wichtigsten Wachstumstreiber.

In neun Kantonen ging die Wirtschaftsleistung dagegen zurück. Die deutlichsten Rückgänge verzeichneten:

  • Jura: –7,7 Prozent
  • Tessin: –3,9 Prozent
  • Wallis: –2,6 Prozent

Im Jura wirkte sich insbesondere die rückläufige Industrieproduktion negativ auf das kantonale Wirtschaftsergebnis aus. Auch der Dienstleistungssektor verzeichnete einen Rückgang.

Die Zahlen beziehen sich auf das reale, preisbereinigte Wirtschaftswachstum zwischen 2023 und 2024 und sind von den statistischen Korrekturen der BIP-Werte zu unterscheiden.

Neue Berechnung zeigt genauer, wo Unternehmen Wertschöpfung schaffen

Ein zentraler Bestandteil der Revision ist die grundlegend überarbeitete Methode zur regionalen Zuordnung der wirtschaftlichen Wertschöpfung.

Das BFS verwendet neu verstärkt einen sogenannten Bottom-up-Ansatz. Dabei werden unternehmensspezifische Daten berücksichtigt, statt die Wertschöpfung hauptsächlich anhand aggregierter Informationen und statistischer Verteilungsschlüssel auf die Kantone aufzuteilen.

Ein grosser Teil der Wertschöpfung kann dadurch direkt aus detaillierten Unternehmensdaten übernommen oder auf Unternehmensebene zugeordnet werden.

Dies ist insbesondere bei international tätigen Konzernen und Unternehmen mit mehreren Niederlassungen relevant. Einzelne grosse oder besonders produktive Unternehmen können die Wirtschaftsleistung kleinerer Kantone erheblich beeinflussen.

In Basel-Stadt lässt sich beispielsweise die Wertschöpfung der Industrie und des Baugewerbes genauer dem Kanton zuordnen. In Genf und Zug betreffen die grössten Anpassungen den Handel.

Die neue Berechnungsmethode ermöglicht damit einen differenzierteren Blick auf die wirtschaftlichen Aktivitäten und die regionale Konzentration besonders produktiver Branchen.

Auch die öffentliche Verwaltung ist von der Revision betroffen

Eine weitere Veränderung betrifft die statistisch erfasste Wertschöpfung der öffentlichen Verwaltung. Diese wurde in sämtlichen Kantonen nach unten korrigiert.

Daraus lässt sich jedoch kein tatsächlicher Rückgang der Verwaltungstätigkeit ableiten. Die Veränderung ist hauptsächlich auf methodische Anpassungen zurückzuführen.

Unter anderem wurden die Tätigkeiten des öffentlichen Bildungswesens statistisch einem anderen Wirtschaftssektor zugeordnet. Zudem wird für die regionale Verteilung der Militärausgaben eine neue Berechnungsmethode angewendet.

Das Beispiel verdeutlicht, wie stark statistische Zuordnungen die ausgewiesene Wirtschaftsstruktur einzelner Regionen beeinflussen können.

Schweizer Wirtschaftsregionen: Unternehmensdaten und regionale Nachrichten ergänzen die BIP-Statistik

Die revidierten BIP-Zahlen liefern eine verbesserte Grundlage für die Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung in den Schweizer Kantonen. Sie zeigen zugleich, dass die Wirtschaftskraft einer Region nicht allein von der Anzahl ansässiger Unternehmen oder Beschäftigter abhängt. Entscheidend sind auch die Branchenstruktur, die Produktivität und die tatsächlich vor Ort erbrachte Wertschöpfung.

Ergänzend zu den volkswirtschaftlichen Daten des BFS ermöglichen Unternehmensstatistiken, Handelsregisterinformationen und regionale Wirtschaftsnachrichten einen vertieften Blick auf die Schweizer Firmenlandschaft.

Das Fachportal Firmenstatistik.ch der HELP Media AG veröffentlicht Schweizer Unternehmens- und Handelsregisterstatistiken. Im Mittelpunkt stehen Firmengründungen, Handelsregistermutationen, Firmenlöschungen sowie statistische Auswertungen nach Kantonen, Branchen und Zeiträumen. Die Daten basieren unter anderem auf dem Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB), den kantonalen Handelsregistern und eigenen Erhebungen.

Das ebenfalls zur HELP Media AG gehörende Nachrichtenportal NewsLocal.ch ergänzt diese Zahlen mit regionalen Nachrichten, Firmenmeldungen und Wirtschaftsnews aus den 26 Schweizer Kantonen. Im Fokus stehen insbesondere KMU, Unternehmensentwicklungen und das lokale Wirtschaftsgeschehen.

Das Schweizer Firmenverzeichnis HELP.CH stellt ergänzend Informationen über Unternehmen und Organisationen in der Schweiz und Liechtenstein bereit. Mit HELP Zürich besteht zudem ein regionales Informationsangebot für Firmen, Wirtschaftsnews, Veranstaltungen und weitere Wirtschaftsdaten aus dem Kanton Zürich.

Diese unterschiedlichen Informationsangebote ergänzen die offiziellen BIP-Statistiken des BFS. Während das Bruttoinlandprodukt die wirtschaftliche Wertschöpfung einer Region misst, machen Unternehmensstatistiken und regionale Nachrichten weitere Entwicklungen im wirtschaftlichen Umfeld sichtbar.

Für Unternehmen, Standortförderer, Wirtschaftsorganisationen und Medienschaffende entsteht dadurch eine breitere Informationsgrundlage zur Beurteilung der regionalen Wirtschaft.

Arbeitsproduktivität entwickelt sich regional unterschiedlich

Auch bei der Arbeitsproduktivität zeigen die neuen BFS-Daten deutliche regionale Unterschiede.

Schweizweit stieg die reale Arbeitsproduktivität pro tatsächlich geleistete Arbeitsstunde im Jahr 2024 um 1,4 Prozent, nachdem sie 2023 um 0,8 Prozent zurückgegangen war.

Besonders stark fiel der Anstieg in der Zentralschweiz mit 6,3 Prozent und in der Nordwestschweiz mit 4,4 Prozent aus.

Im Tessin sank die Arbeitsproduktivität hingegen um 3,7 Prozent. Damit verzeichnete die Region bereits das zweite Jahr in Folge den stärksten Rückgang unter den Schweizer Grossregionen.

Diese Unterschiede verdeutlichen, dass sich wirtschaftliches Wachstum und Produktivitätsentwicklung regional sehr unterschiedlich gestalten können.

Konsolidierte BIP-Zahlen folgen im März 2027

Die am 26. Oktober 2026 veröffentlichten Ergebnisse gelten noch als provisorisch. Das Bundesamt für Statistik wird im März 2027 konsolidierte und detailliertere Zahlen vorlegen.

Bereits jetzt zeigt die Revision, wie wichtig eine präzise Zuordnung wirtschaftlicher Aktivitäten für das Verständnis der regionalen Wirtschaft ist.

Die neuen Daten liefern ein genaueres Bild der wirtschaftlichen Strukturen in den 26 Schweizer Kantonen und schaffen eine verbesserte Grundlage für langfristige Wirtschafts- und Standortanalysen.

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS) – Revision der kantonalen BIP für ein genaueres Bild der regionalen Wirtschaft, Medienmitteilung vom 26. Oktober 2026.

Redaktion: swiss-press.com / HELP Media AG

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