Google erweitert Möglichkeiten für Glücksspielwerbung: Schweiz auf der Länderliste

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14.09.2026, Google hat die Regeln für Glücksspielwerbung innerhalb seines programmatischen Werbesystems Authorized Buyers erweitert. Die Schweiz gehört ausdrücklich zu den unterstützten Märkten. Für Schweizer Websitebetreiber bedeutet dies jedoch nicht, dass nun automatisch mehr Casino- und Wettwerbung auf ihren Seiten erscheint – bei AdSense bleiben entsprechende Anzeigen standardmässig blockiert.

Google hat am 24. August 2026 seine Richtlinie zu Glücksspielen und anderen Spielen für Authorized Buyers aktualisiert. Nach Angaben des Konzerns wurde dabei die Liste der Länder erweitert, in denen Werbung für Online- und Offline-Glücksspiele unter bestimmten Voraussetzungen über das System ausgeliefert werden kann.

Die Schweiz gehört ausdrücklich zu den unterstützten Ländern. In der aktuellen Richtlinie führt Google die Schweiz gemeinsam mit Ländern wie Deutschland, Frankreich, Österreich, dem Vereinigten Königreich, Kanada und Australien auf. Für die Schweiz werden Open Auction, Private Auction, Preferred Deals und Programmatic Guaranteed als unterstützt ausgewiesen.

Was sind Authorized Buyers?

Authorized Buyers ist ein Google-Angebot für den programmatischen Einkauf digitaler Werbeflächen. Werbetreibende beziehungsweise deren Technologiepartner können dabei automatisiert auf verfügbare Anzeigenplätze von Publishern bieten.

Mit der Aktualisierung vom August hat Google zusätzlich festgelegt, dass Authorized Buyers für Online- und Offline-Glücksspielwerbung in der Open Auction keine separate Google-Zertifizierung mehr benötigen, sofern die jeweiligen gesetzlichen und regulatorischen Voraussetzungen eingehalten werden.

Das ist allerdings keine generelle Freigabe von Glücksspielwerbung bei Google. Die Änderung betrifft konkret die Richtlinien für Authorized Buyers. Für andere Google-Werbeprodukte gelten eigene Vorgaben und Richtlinien.

Onlinecasinos, Sportwetten und Lotterien erfasst

Google ordnet verschiedene Angebote der eingeschränkten Glücksspielwerbung zu. Dazu gehören unter anderem Onlinecasinos und Sportwetten, Bingo- und Spielautomaten-Websites oder -Apps, der Onlineverkauf von Lotterie- und Rubbellosen sowie Spiele mit virtuellen Währungen, die einen realen Wert besitzen.

Auch Werbung für Websites, die ihrerseits auf Online-Glücksspielangebote verweisen, fällt unter die Richtlinie. Google nennt dabei beispielsweise Glücksspielinformationen, Bonusangebote, Quoten- und Wettinformationen sowie Affiliate-Websites.

Für klassische Offline-Angebote gelten ebenfalls Einschränkungen. Dazu zählt Google unter anderem Werbung für physische Casinos oder Veranstaltungen in Casinos.

Klare Bedingungen für Glücksspielanzeigen

Trotz der erweiterten Länderliste gelten weiterhin klare Voraussetzungen.

Glücksspielanzeigen dürfen laut Google nur auf zugelassene Länder ausgerichtet werden. Die Zielseite muss Informationen zu verantwortungsbewusstem Glücksspiel enthalten, und Minderjährige dürfen nicht angesprochen werden. Zusätzlich müssen Werbetreibende die jeweils geltenden nationalen Gesetze und Vorschriften beachten.

Die Aufnahme der Schweiz in die Länderliste bedeutet deshalb nicht, dass jedes Glücksspielangebot ohne weitere Prüfung in der Schweiz beworben werden darf.

AdSense: Glücksspielwerbung bleibt standardmässig blockiert

Für Betreiber von Websites, die Google AdSense einsetzen, ist ein weiterer Punkt entscheidend.

Google führt die Kategorie «Glücksspiele und Wetten (18+)» als eingeschränkte sensible Anzeigenkategorie. Solche eingeschränkten Kategorien sind bei AdSense standardmässig blockiert. Publisher müssen die Kategorie aktiv zulassen, wenn entsprechende Anzeigen auf ihren Seiten erscheinen sollen.

Google weist gleichzeitig darauf hin, dass solche Anzeigen nur Nutzern in Regionen gezeigt werden, in denen Glücksspiel zulässig ist. Websitebetreibern, deren Angebot sich hauptsächlich an Personen unter 18 Jahren richtet, empfiehlt Google ausdrücklich, Glücksspielwerbung nicht freizuschalten.

Publisher können ihre Blockierungseinstellungen zudem auf Ebene einzelner Websites festlegen. Betreiber mehrerer Internetangebote können damit unterschiedliche Regeln für verschiedene Websites verwenden.

Auch Casinospiele ohne Echtgeldgewinn geregelt

Eine eigene Kategorie bilden sogenannte Casinospiele ohne Gewinn beziehungsweise Social-Casino-Spiele. Dabei werden Glücksspielmechanismen wie Poker, Spielautomaten oder andere Casinospiele simuliert, ohne dass Geld oder andere Werte gewonnen werden können.

Auch für diese Kategorie gehört die Schweiz zu den von Google zugelassenen Ländern. Allerdings gelten zusätzliche Anforderungen. Unter anderem dürfen solche Spiele nicht auf Minderjährige ausgerichtet sein und müssen deutlich machen, dass kein Echtgeld-Glücksspiel angeboten wird und keine Gewinne mit realem Wert möglich sind.

Änderung ist auch für die Schweizer Casinobranche relevant

Für die Schweizer Casino- und Gamingbranche kann die Änderung relevant sein, weil sich die Möglichkeiten für programmatische Werbung über Googles Authorized-Buyers-System verändern. Aktuelle Informationen und Meldungen aus der Schweizer Casino- und Gamingbranche bündelt auch das Fachportal Casinos.ch. Das Portal veröffentlicht unter anderem News zu Casinos, Onlinecasinos, Poker, Lotto und Gaming.

Für Websitebetreiber besteht dagegen kein Grund zur Annahme, dass ab sofort automatisch Casino- und Wettanzeigen auf ihren Seiten auftauchen. Insbesondere bei AdSense bleibt die entscheidende eingeschränkte Kategorie standardmässig deaktiviert.

Die Änderung betrifft vielmehr einen Teil des automatisierten Werbemarkts: Google öffnet Authorized Buyers in weiteren Märkten für Glücksspielwerbung, während nationale Vorschriften, Jugendschutzbestimmungen und die Kontrollmöglichkeiten der Publisher bestehen bleiben.

Quellen

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