Wissenschaftliche Durchbrüche können Wirtschaft, Gesellschaft und internationale Politik grundlegend verändern. Welche Technologien werden in den kommenden Jahren besonders wichtig? Und wie können Staaten und Unternehmen frühzeitig darauf reagieren?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich der sechste Gipfel der Stiftung Geneva Science and Diplomacy Anticipator (GESDA), der heute im Palexpo in Genf beginnt. Laut Veranstalter werden mehr als 1’000 Teilnehmende aus Wissenschaft, Diplomatie, Politik, Privatwirtschaft und Philanthropie erwartet.
Die in Genf ansässige Stiftung wurde vom Bund gemeinsam mit dem Kanton und der Stadt Genf gegründet. Sie ist unter der UID CHE-192.573.439 im Schweizer Handelsregister eingetragen. Weitere Angaben zur Organisation und ihrem Stiftungszweck enthält das Firmenporträt von GESDA auf HELP.CH.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wird am Gipfel durch Staatssekretär Alexandre Fasel vertreten.
Künstliche Intelligenz und wissenschaftliche Durchbrüche im Mittelpunkt
Die diesjährige Ausgabe beschäftigt sich mit wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen, die das Leben der Menschen und die internationale Zusammenarbeit in den kommenden Jahren prägen könnten.
Zu den zentralen Themen gehören:
Künstliche Intelligenz: Chancen und Herausforderungen neuer intelligenter Technologien.
Neurotechnologien: Wissenschaftliche Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen dem menschlichen Gehirn und technischen Systemen.
Quantenbiologie: Neue Forschungsansätze zur Untersuchung von Quantenphänomenen in biologischen Systemen.
Geopolitik der Wissenschaft: Die Bedeutung technologischer Entwicklungen für internationale Beziehungen und politische Entscheidungen.
Die Diskussionen sind den fünf Themenbereichen Mensch, Maschinen, Leben, Planet und Gesellschaft zugeordnet.
Ziel ist es, mögliche Auswirkungen wissenschaftlicher Fortschritte frühzeitig zu erkennen und den internationalen Austausch zwischen Forschung, Politik und Gesellschaft zu fördern.
Wissenschaftliche Entwicklungen über 25 Jahre beobachten
Ein wichtiges Instrument der Stiftung ist der sogenannte GESDA Science Breakthrough Radar. Er soll mögliche wissenschaftliche und technologische Durchbrüche frühzeitig erkennen und helfen, deren gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen besser einzuschätzen.
Nach Angaben von GESDA stützt sich das Instrument auf die Expertise von mehr als 2’400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus über 90 Ländern.
Der Radar untersucht 42 wissenschaftliche Themengebiete und betrachtet mögliche Entwicklungen über Zeiträume von fünf, zehn und 25 Jahren.
Damit erhalten Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft eine Grundlage, um zukünftige Chancen und Herausforderungen besser einzuschätzen.
Im Mittelpunkt steht nicht die Vorhersage einzelner Erfindungen, sondern die systematische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Trends und ihren möglichen Folgen.
Genf als internationaler Standort der Wissenschaftsdiplomatie
GESDA verbindet wissenschaftliche Zukunftsforschung mit internationaler Diplomatie. Dahinter steht der Ansatz der sogenannten antizipatorischen Wissenschaftsdiplomatie.
Dabei sollen wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst frühzeitig in politische und multilaterale Entscheidungsprozesse einfliessen.
Staaten und internationale Organisationen erhalten dadurch die Möglichkeit, sich bereits vor dem breiten Einsatz neuer Technologien mit deren gesellschaftlichen, ethischen und politischen Auswirkungen auseinanderzusetzen.
Der GESDA-Gipfel unterstreicht damit die Bedeutung Genfs als internationaler Standort für Wissenschaft, Diplomatie und multilaterale Zusammenarbeit.
Öffentliche Veranstaltung: Was wäre, wenn Menschen 150 Jahre alt würden?
Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, öffnet GESDA einen Teil des Gipfelprogramms für die breite Öffentlichkeit.
Unter dem Titel «Les Nocturnes de GESDA» steht eine aussergewöhnliche Zukunftsfrage im Mittelpunkt: Was wäre, wenn Menschen 150 Jahre alt würden?
Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen beschäftigen sich mit den wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und ethischen Folgen einer deutlich längeren menschlichen Lebensspanne.
Dabei geht es unter anderem darum, welche Auswirkungen solche Entwicklungen auf das Zusammenleben, gesellschaftliche Strukturen und den Umgang mit neuen medizinischen Möglichkeiten haben könnten.
Die öffentliche Veranstaltung findet von 17.30 bis 20.30 Uhr im Palexpo in Genf statt. Eine kostenlose Registrierung ist vorgesehen.
Zukunftstechnologien und ihre Bedeutung für Schweizer Unternehmen
Der GESDA-Gipfel beschäftigt sich mit langfristigen wissenschaftlichen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die internationale Zusammenarbeit. Diese Fragen sind auch für Schweizer Unternehmen relevant, insbesondere wenn neue Technologien bestehende Geschäftsmodelle und digitale Prozesse verändern.
Ein konkretes Beispiel ist die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz bei der Suche und Verarbeitung von Unternehmensinformationen. Das Schweizer Firmen- und Informationsnetzwerk HELP.CH stellt strukturierte Firmen- und Handelsregisterdaten bereit und entwickelt seine Angebote für KI-gestützte Informationssysteme weiter.
Mit dem KI Booster können Unternehmen ihre digitalen Firmeninformationen gezielt ergänzen und strukturieren lassen. Dadurch werden die Voraussetzungen verbessert, dass Suchmaschinen und KI-Systeme diese Informationen finden und richtig einordnen können. Eine konkrete Empfehlung durch ein KI-System lässt sich damit allerdings nicht garantieren.
Der GESDA-Gipfel zeigt, wie wichtig es ist, technologische Entwicklungen nicht erst bei ihrer breiten Anwendung zu betrachten, sondern ihre möglichen Auswirkungen frühzeitig zu analysieren.
Offizielle Quellen und weitere Informationen
GESDA – Geneva Science and Diplomacy Anticipation Summit
GESDA – Firmenporträt und Handelsregisterinformationen auf HELP.CH

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