Nettoumsatz
Der Nettoumsatz der Geberit Gruppe nahm in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 in Schweizer Franken um 3,6% auf CHF 2’535 Mio. zu. Bereinigt um negative Währungseffekte in Höhe von CHF 52 Mio. betrug der Anstieg 5,7%. Die Zunahme war vor allem auf ein deutliches Volumenwachstum sowie auf positive Preiseffekte zurückzuführen. Die Treiber des Volumenwachstums waren ein verbessertes Marktumfeld in Europa sowie eine starke Nachfrage in den meisten Regionen und über alle drei Produktbereiche hinweg. Sowohl etablierte als auch neue Produkte trugen dazu bei.
Im dritten Quartal erreichte der Nettoumsatz CHF 824 Mio., was einer Zunahme in Schweizer Franken von 5,3% gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Währungsbereinigt resultierte eine Zunahme von 5,2%. Damit konnte das zehnte aufeinanderfolgende Quartal mit einem positiven währungsbereinigten Umsatzwachstum abgeschlossen werden. Trotz des sehr anspruchsvollen Marktumfelds betrug das durchschnittliche Wachstum über die letzten zehn Quartale 5%, fast ausschliesslich aufgrund höherer Volumina.
Nettoumsatz nach Märkten und Produktbereichen
Das währungsbereinigte Nettoumsatzwachstum nach Märkten in den ersten neun Monaten war breit abgestützt. Europa insgesamt wuchs währungsbereinigt um 5,0%. Deutliche Zuwächse erzielten die Schweiz (+9,2%), Osteuropa (+6,3%), Benelux (+6,3%) und Nordeuropa (+6,0%). Ebenfalls zulegen konnten Deutschland (+4,9%), Italien (+3,9%) und Österreich (+2,7%). Westeuropa stagnierte aufgrund anhaltender Marktschwächen in Frankreich und in Grossbritannien/Irland (-0,3%). Ausserhalb Europas verzeichnete die Region Nahost/Afrika mit +20,4% ungeachtet der negativen Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten ein deutliches Wachstum. Auch die Region Fernost/Pazifik wuchs trotz des weiterhin rückläufigen Marktes in China erfreulich um +9,4%. Die Region Amerika blieb gegenüber dem Vorjahresniveau stabil (-0,1%), beeinflusst durch einen Basiseffekt aufgrund der US-Zollankündigungen im Vorjahr.
Bei den Produktbereichen erhöhte sich der währungsbereinigte Nettoumsatz bei den Installations- und Spülsystemen um 6,2%, bei den Rohrleitungssystemen um 6,0% und bei den Badezimmersystemen um 4,8%.
Ergebnisse
Die Resultate der ersten drei Quartale des Jahres 2026 waren ausgezeichnet. Trotz der erheblich gestiegenen direkten Materialkosten konnten die operativen Margen auf Vorjahresniveau gehalten werden. Dank der hohen Verfügbarkeit und effizienten Abläufen in Produktion und Logistik wirkte sich vor allem das Volumenwachstum positiv auf die Margen aus. Zudem profitierten die Margen von Verkaufspreiserhöhungen und dem Wegfall von Einmalkosten im Vorjahr. Demgegenüber standen der starke Anstieg der direkten Materialkosten, die höheren Energie- und Frachtkosten, die Lohninflation sowie die geplant höheren Ausgaben für Marketing, IT und Digitalisierung. Dank der langfristig verfolgten, natürlichen Währungsabsicherung hatten die starken Währungsverluste keinen wesentlichen Einfluss auf die operativen Margen.
Insgesamt stieg der operative Cashflow (EBITDA) um 3,3% auf CHF 778 Mio. Die EBITDAMarge erreichte mit 30,7% praktisch das Vorjahresniveau. Das Nettoergebnis nahm um 7,1% auf CHF 529 Mio. zu, was einer Nettoumsatzrendite von 20,9% (Vorjahr 20,2%) entspricht. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich um 8,1% auf CHF 16.23 (Vorjahr CHF 15.01), währungsbereinigt betrug das Wachstum 9,6%. Die leichte Abnahme des Free Cashflow um 2,8% auf CHF 449 Mio. (Vorjahr CHF 462 Mio.) war hauptsächlich auf das höhere Investitionsvolumen zurückzuführen.
Finanzsituation
Die finanzielle Situation der Geberit Gruppe ist weiterhin sehr solide. Die Nettoschulden (Schulden minus liquide Mittel) stiegen im Vergleich zum Wert nach den ersten neun Monaten des Vorjahres aufgrund des beschleunigten Aktienrückkaufprogrammes um CHF 210 Mio. auf CHF 1’176 Mio. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich entsprechend auf 34,5% (Vorjahr 37,4%).
In den ersten neun Monaten 2026 wurden im Rahmen des im Juni 2026 abgelaufenen und des anschliessend neu gestarteten Aktienrückkaufprogramms 509’340 Aktien zu einem Betrag von CHF 269 Mio. erworben.
Ausblick auf das Gesamtjahr 2026
Die geopolitischen Risiken und die damit verbundenen makroökonomischen Unsicherheiten sind aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten nach wie vor hoch, was einen Ausblick auf das makroökonomische Umfeld sowie auf die Bauindustrie erschwert. Insgesamt wird die Weltwirtschaft weiterhin erheblichen Unwägbarkeiten ausgesetzt sein.
Die Nachfrage in der Bauindustrie hat sich nach den starken Rückgängen seit Mitte 2022 insgesamt stabilisiert, mit einer je nach Land/Markt unterschiedlichen Entwicklung beim Neubau- und beim Renovationsgeschäft. In Europa wird im Jahr 2026 insgesamt ein leichtes Marktwachstum, jedoch noch keine breite Markterholung erwartet. Im Wohnungsneubau wird weiterhin von einer positiven Entwicklung ausgegangen. Darauf deutet die Trendumkehr bei den Baugenehmigungen in Europa hin, die nach den starken Einbrüchen in den Jahren 2022 bis 2024 im zweiten Halbjahr 2025 um 5% und im ersten Halbjahr 2026 um 6% zugenommen haben. Für das Renovationsgeschäft, das rund 60% zum Geberit Umsatz beiträgt, wird ebenfalls eine positive Entwicklung erwartet. Ausserhalb Europas wird für die Bauindustrie ein gemischtes Bild erwartet. In mehreren Märkten, beispielsweise in Indien, wird eine weiterhin starke Nachfrage prognostiziert. In China hingegen wird aufgrund der eingebrochenen Neubautätigkeit ein fortgesetzter Rückgang der Marktnachfrage erwartet.
Vor dem Hintergrund eines verbesserten Marktumfelds bleibt es für 2026 weiterhin das Ziel, die Marktposition von Geberit durch gezielte strategische Initiativen weiter auszubauen – beispielsweise durch:
• Wachstum durch etablierte Produkte sowie Produktneuheiten des Jahres 2026 und der Vorjahre
• Investitionen in IT, Digitalisierung und künstliche Intelligenz
• neue, auf Endkunden, Architekten und Designer ausgerichtete Marketingaktivitäten
• die Erweiterung und Erneuerung von Logistikkapazitäten
Für das Gesamtjahr 2026 geht die Unternehmensleitung von einem Nettoumsatzwachstum in lokalen Währungen von 5 bis 6% und einer EBITDA-Marge in etwa auf Vorjahresniveau aus. Die EBITDA-Marge liegt jeweils saisonbedingt im vierten Quartal unter derjenigen der ersten neun Monate.
Die Unternehmensleitung sieht Geberit gut aufgestellt, um die Marktposition weiter auszubauen. Diese Einschätzung basiert auf der stabilen und langfristig ausgerichteten Strategie, dem bewährten Geschäftsmodell mit starken Kundenbeziehungen sowie der industrieführenden finanziellen Stabilität.
Weitere Auskünfte erteilen:
Geberit AG
Schachenstrasse 77, CH-8645 Jona
Christian Buhl, CEO - Tel. +41 (0)55 221 63 46
Tobias Knechtle, CFO - Tel. +41 (0)55 221 66 39
Roman Sidler, Corporate Communications & IR - Tel. +41 (0)55 221 69 47

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