Kein Alkohol in der Schwangerschaft: Die Botschaft kommt an, muss aber noch früher ansetzen


Sucht Schweiz
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27.04.2026, In einer Umfrage der Stiftung Sucht Schweiz bei über 800 schwangeren Frauen geben fast 95 % unter ihnen an, nach Bekanntwerden einer Schwangerschaft keinen Alkohol mehr konsumiert zu haben. Fast alle Befragtensind sich der Risiken bewusst und lassen Vorsicht walten. Doch fast jede zweite Frau gibt an, zwischen der Empfängnis und der Bestätigung der Schwangerschaft Alkohol getrunken zu haben. Die Ergebnisse der Umfrage sind insgesamt sehr erfreulich, zeigen aber auch, dass es wichtig ist, die Aufklärung und Unterstützung bereits ab dem Zeitpunkt der geplanten Schwangerschaft zu verstärken und dabei auch das Umfeld einzubeziehen.

Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist die häufigste vermeidbare Ursache für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern, von welchen jedes Jahr Tausende von Neugeborenen in der Schweiz betroffen sind. Alkohol ist zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft ein Gesundheitsrisiko. Die neue Befragung von Sucht Schweiz bei schwangeren Frauen gibt jetzt Hinweise darauf, wie das Vorsorgeprinzip "Kein Alkohol während der Schwangerschaft" umgesetzt wirdund wo die Schwierigkeiten liegen.

Demzufolge wissen 90% der von Sucht Schweiz befragten schwangeren Frauen, dass es für die Gesundheit des Kindes zentral ist, während der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten. Drei Viertel haben schon vom Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) gehört.

So ist es nicht verwunderlich, dass knapp 95 % der Befragten angaben, nach der Bestätigung der Schwangerschaft keinen Alkohol (mehr) getrunken zu haben. Doch etwas weniger als die Hälfte der teilnehmenden Frauen gab an, zwischen der Empfängnis und der Bestätigung der Schwangerschaft konsumiert zu haben, und 6 % gaben an, auch nach der Bestätigung weiterhin Alkohol getrunken zu haben.

"Wir denken, dass einigen Frauen nicht die notwendige professionelle und soziale Unterstützung zur Verfügung steht," so die Projektleiterin Lydia Paiva Quintao. "Es braucht einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel, der den Nicht- Konsum bereits ab Beginn eines Schwangerschaftswunsches fördert."

Mangelnde Information und Unterstützung

Offenbar bestehen Schwierigkeiten und Informationslücken, die die Umsetzung des Prinzips "Kein Alkohol während der Schwangerschaft" behindern.

  • Alkohol zu konsumieren ist in unserer Gesellschaft normal. Das erschwert es, keinen zu trinken. Die Umfrage zeigt z.B., dass manche Frauen weiter konsumieren, weil sie ihre Schwangerschaft (noch) nicht kommunizieren möchten. Frauen, die sich hauptsächlich auf ihre Familie oder Menschen im Freundeskreis verlassen, um sich zu informieren, neigen eher dazu, während der Schwangerschaft weiter zu konsumieren, insbesondere wenn ihr Umfeld dies als normal ansieht.

  • Ein Partner, der sich solidarisch an das Vorsorgeprinzip halten würde (d.h. seinen Konsum ebenfalls reduziert oder einstellt), wäre hingegen eine wichtige Stütze. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass Partner sich in der Regel wenig an der Informationsbeschaffung beteiligen und die Verantwortung für den Konsumverzicht oft der schwangeren Frau überlassen. Die Partner, die Familie und das Umfeld haben eine Mitverantwortung für die Prävention.

  • Fast 40 % der befragten Frauen weisen eine eingeschränkte allgemeine oder digitale Gesundheitskompetenz vor. Manche von Ihnen stützen sich auf irreführende Informationen in ihrem Umfeld oder in sozialen Netzwerken.GynäkologInnen könnten hier eine wichtige Rolle spielen, indem sie bereits bei Routineuntersuchungen zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft informieren.

Klare Botschaft: Kein Alkohol in der Schwangerschaft

Die Botschaft "Kein Alkohol während der Schwangerschaft" basiert auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage. Da es keinen nachgewiesenen Grenzwert für einen risikofreien Alkoholkonsum gibt, haben zahlreiche Gesundheitsbehörden weltweit dieses "Vorsorgeprinzip" übernommen. Dieses Prinzip gilt eigentlich ab der Empfängnis. Da manche Schwangerschaften aber ungeplant sind, ist das Prinzip schwierig vollständig umzusetzen, und auch bei geplanten Schwangerschaften ist oft eine langanhaltende Unsicherheit vorhanden. So wird empfohlen, den Alkoholkonsum bereits ab der geplanten Schwangerschaft einzustellen.

Kasten:

Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist die häufigste vermeidbare Ursache für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern. Die pränatale Alkoholexposition ist mit einem breiten Spektrum somatischer, kognitiver und verhaltensbezogener Auswirkungen verbunden, die unter dem Begriff "Fetale Alkoholspektrumstörungen" (FASD) zusammengefasst werden, wobei das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) die schwerste Form darstellt. Diese irreversiblen Störungen führen zu Lernschwierigkeiten, Verhaltensstörungen und anhaltenden neurologische Störungen im Erwachsenenalter und stellen eine erhebliche Belastung für die Betroffenen, deren Familien und die Gesellschaft dar. Die Schweiz zeichnet sich durch einen Mangel an empirischen Daten aus. Dennoch lassen die wenigen vorhandenen Indikatoren vermuten, dass jedes Jahr Tausende von Neugeborenen von FASD und Hunderte von FAS betroffen sind.

Pressekontakt:

Markus Meury

Mediensprecher

mmeury@suchtschweiz.ch

Tel.: 021 321 29 63

Lydia Paiva Quintao

Projektverantwortliche

021 321 29 32

lpaiva@suchtschweiz.ch



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Über Sucht Schweiz:
Sucht Schweiz will Probleme im Zusammenhang mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen und Verhaltensweisen mit Suchtpotenzial verhindern oder vermindern.

Wir fördern die gesellschaftliche Debatte im Suchtbereich. Wir entwickeln und verbreiten wissenschaftliche Erkenntnisse, die es erlauben, die zugrundeliegenden Probleme zu verstehen, ihnen vorzubeugen und angemessen zu begegnen. Wir setzen uns für wirksame Massnahmen und politische Rahmenbedingungen zur Problemreduktion ein. Wir engagieren uns für ein Umfeld, das den Menschen eine gesunde Lebensweise erleichtert und die individuellen Gesundheitskompetenzen stärkt. Dabei kombinieren wir Massnahmen der Suchtprävention und der Gesundheitsförderung.

Wir unterstützen all jene mit besonderen Risiken – Kinder und Jugendliche sowie Menschen in kritischen Lebensphasen. Betroffenen und Nahestehenden stehen wir informierend, beratend oder finanziell zur Seite.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.

Quellen:
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