Treibhausgasinventar 2024: Emissionen leicht gesunken
News von Bundesamt für Umwelt BAFU
13.04.2026, Die Schweiz hat ihren Treibhausgas-Ausstoss im Jahr 2024 um 27,3 Prozent gegenüber 1990
vermindert. Der Ausstoss belief sich auf 40,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, rund eine halbe
Million Tonnen weniger als 2023. Dies geht aus dem jährlichen Treibhausgasinventar des
Bundesamts für Umwelt (BAFU) hervor. Zusammen mit der Treibhausgasbilanz der Landnutzung
lagen die Emissionen 22,3 Prozent unter denen von 1990. Zum ersten Mal werden im
Treibhausgasinventar auch die Negativemissionen aus dem Industriesektor aufgenommen.
Gebäudesektor: Ausstoss 47 Prozent unter 1990
Der Treibhausgas-Ausstoss der Schweizer Gebäude betrug 2024 rund 8,8 Millionen Tonnen CO2- Äquivalente (CO2-eq). Er lag damit 47 Prozent unter dem Wert von 1990. Gegenüber dem Vorjahr sank der Ausstoss um 0,2 Millionen Tonnen. Ein wichtiger Grund für den Rückgang der Emissionen ist der deutliche Anstieg beim Einbau von Wärmepumpen in den letzten Jahren. Aktuell trägt der Sektor Gebäude 22 Prozent zum totalen Treibhausgas-Ausstoss bei.
Industriesektor: Ausstoss 33 Prozent unter 1990
Der Industriesektor stiess 8,9 Millionen Tonnen CO2-eq aus, rund 33 Prozent weniger als 1990. Der Ausstoss sank gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Millionen Tonnen. Dies ist unter anderem auf einen leichten Rückgang der Zementproduktion zurückzuführen. Zudem berücksichtigt das Treibhausgasinventar zum ersten Mal Negativemissionen aus der Industrie. Dabei handelt es sich 2024 um 705 Tonnen CO2, die an Biogasanlagen abgeschieden und dauerhaft in Recyclingbeton gespeichert wurden. Gemäss der langfristigen Klimastrategie des Bundesrates ist der Ausbau von Negativemissionen nötig, um die Klimaziele der Schweiz zu erreichen. Aktuell beträgt der Anteil des Industriesektors am totalen Treibhausgas-Ausstoss 22,3 Prozent.
Verkehrssektor: Ausstoss 10 Prozent unter 1990
2024 betrug der Ausstoss aus dem Verkehrssektor rund 13,4 Millionen Tonnen CO2-eq und war damit gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Der Ausstoss des Verkehrs lag damit fast 10 Prozent unter dem Wert von 1990. Der leichte Rückgang ist vor allem auf eine gestiegene Nutzung von Biotreibstoffen zurückzuführen. Aktuell trägt der Sektor Verkehr 33,5 Prozent zum gesamten Treibhausgas-Ausstoss bei.
Übrige Emissionen: Landwirtschaft, synthetische Treibhausgase und Abfall
Der Ausstoss der Landwirtschaft ist gegenüber dem Vorjahr in etwa konstant geblieben und betrug 2024 6,6 Millionen Tonnen CO2-eq. Auch der Ausstoss synthetischer Treibhausgase, wie zum Beispiel Kältemittel, sowie die Emissionen aus der Abfallbewirtschaftung blieben gegenüber 2023 beinahe unverändert. Gesamthaft lagen die übrigen Emissionen 2024 mit 8,9 Millionen Tonnen 13 Prozent unter dem Wert von 1990.
Treibhausgasbilanz der Landnutzung
Unter dem Pariser Übereinkommen müssen alle Länder ausweisen, wie viel Treibhausgase durch die Nutzung ihrer Landesfläche (zum Beispiel durch die Bewirtschaftung von Wäldern oder Ackerland) gespeichert oder ausgestossen werden. Diese Bilanz ist Teil des Verminderungsziels der Schweiz. Zusammen mit der Treibhausgasbilanz der Landnutzung lagen die Emissionen im Jahr 2024 22,3 Prozent tiefer als 1990. Im Vergleich zu 1990 hat sich die Landnutzung unter anderem aufgrund des Klimawandels in den vergangenen Jahren zunehmend in Richtung hin zu einer Quelle von Treibhausgasen entwickelt.
Kasten: Emissionen des internationalen Flug- und Schiffverkehrs
Entsprechend der Vorgaben der UNO weist das BAFU im Treibhausgasinventar die Emissionen des internationalen Flug- und Schiffverkehrs separat aus. 2024 beliefen sich diese auf 5,5 Millionen Tonnen CO2-eq. Zusätzlich wird gemäss KlV Art. 32 die Klimawirkung des Luftverkehrs abgeschätzt und auf der Webseite des BAFU veröffentlicht. Die Emissionen des internationalen Flug- und Schiffverkehrs werden für das Klimaziel 2030 der Schweiz nicht berücksichtigt, hingegen werden sie für das Netto-Null-Ziel der Schweiz bis 2050 einbezogen.
Kasten: Wie Methanemissionen im Treibhausgasinventar berücksichtigt werden
Die Klimawirkung von Treibhausgasemissionen hängt davon ab, wie stark sie die Wärme in der Atmosphäre zurückhalten (sog. Strahlungswirkung) und wie rasch sich das Treibhausgas in der Atmosphäre abbaut. Aufgrund der höheren Strahlungswirkung ist Methan im Vergleich zu CO2 ein viel stärkeres Treibhausgas. Methan wird aber in der Atmosphäre schneller wieder abgebaut als CO2, so dass die Klimawirkung innert weniger Jahrzehnte abklingt. Unter dem Pariser Übereinkommen muss im Treibhausgasinventar der Beitrag von Methan zum Treibhauseffekt gemittelt über den Zeitraum von 100 Jahren angegeben werden (sog. GWP100-Metrik). Diese Methode unterschätzt, wie stark sich Methan kurzfristig auf das Klima auswirkt, und überschätzt die langfristige Klimawirkung von Methan. Die Schweiz verwendet wie alle Länder unter dem Pariser Übereinkommen GWP100.
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Es ist verantwortlich für den Schutz vor Naturgefahren, bewahrt die Umwelt und die Gesundheit der Menschen vor übermässigen Belastungen, sorgt für die Erhaltung der Biodiversität und der Landschaftsqualität und ist zuständig für die internationale Umweltpolitik.
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