Städte lehnen die Initiative «Keine 10 Millionen-Schweiz» klar ab
News von Schweizerischer Städteverband
18.03.2026, Die Schweizer Städte sind als wirtschaftliche Zentren und Innovationslabore des Landes von einer
Begrenzung der Zuwanderung stark betroffen. Die Annahme der Initiative "Keine 10 Millionen-Schweiz"
würde der Schweizer Wirtschaft den Zugang zu dringend benötigten Fachkräften einschränken, den
bewährten bilateralen Weg mit Europa in Frage stellen und damit die Wohlfahrt des Landes gefährden.
Der Schweizerische Städteverband lehnt die Initiative deshalb klar ab.
Am 14. Juni 2026 stimmt die Schweiz über eine Vorlage von grösster wirtschafts-, gesellschafts- und europapolitischer Bedeutung ab. Die Volksinitiative "Keine 10 Million-Schweiz" will eine starre Begrenzung der Wohnbevölkerung auf 10 Millionen einführen. Sie bedroht damit den Wohlstand, die Lebensqualität und Arbeitsplätze und damit die Grundversorgung in der Schweiz. Mit der Initiative würde sich der Fachkräftemangel stark zuspitzen, da aufgrund der demographischen Entwicklung mehr Leute in Rente gehen als junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten. Damit würde die bereits heute angespannte Situation in vielen Branchen verschärft, beispielsweise in der Pflege und im Gesundheitswesen; die Versorgungssicherheit würde leiden, die Wartezeiten zunehmen. Auch Fachkräfte in der IT, Forschung, Technologie oder Energie würden fehlen und die Innovationsfähigkeit der Schweiz schwächen. Besonders betroffen wären die städtischen Zentren als Treiber von Innovation und Nährboden für Startups. Der Städteverband unterstützt deshalb die breite Allianz aus Politik und Wirtschaft gegen die Initiative.
Bei Annahme der Initiative müssten internationale Übereinkommen gekündigt werden, insbesondere die bewährten bilateralen Verträge mit der EU. Die Schweizer Städte sind als bedeutendste Wirtschaftsstandorte auf offene Märkte und internationale Vernetzung angewiesen und haben deshalb den bilateralen Weg und die Personenfreizügigkeit seit jeher gestützt. Für Schweizer Unternehmen ist nicht nur der klar geregelte und zuverlässige Zugang zum EU-Binnenmarkt elementar. Sie müssen auch die Möglichkeit haben, unbürokratisch und gezielt Arbeitskräfte aus der EU zu rekrutieren.
Mit der Initiative würde zudem die Sicherheit unseres Landes gefährdet. Sollten zusätzlich Abkommen wie Schengen/Dublin wegfallen, würde die polizeiliche Zusammenarbeit erschwert und das Asylsystem stärker belastet - mit spürbaren Auswirkungen für Kantone und Städte.
Die Erfahrung der Schweizer Städte zeigt, dass Bevölkerungswachstum zwar Herausforderungen mit sich bringt, aber zugleich für ein vielfältiges und attraktives städtisches Leben sorgt. Eine grössere Bevölkerung geht einher mit mehr Arbeitsleistung, ausgebauter Infrastruktur, mehr Bildungs- und Betreuungsinstitutionen, kulturellen Einrichtungen und vielfältigen gastronomischen Angeboten. Die Städte haben wiederholt bewiesen, dass sie Wachstum bei Mobilität, Wohnraum und Infrastruktur bewältigen und gestalten können; etwa durch Investitionen in den öffentlichen Verkehr, die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus, die Entwicklung neuer Quartiere und qualitätsvolle Innenentwicklung. Die bestehenden Herausforderungen - etwa beim Wohnen - lassen sich nur mit gezielten politischen Instrumenten lösen. Eine starre Bevölkerungsobergrenze ist der falsche Ansatz.
Pressekontakt:
Benjamin Fröhlich, Leiter Kommunikation
031 356 32 44
--- ENDE Artikel Städte lehnen die Initiative «Keine 10 Millionen-Schweiz» klar ab ---
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.
Über Schweizerischer Städteverband:
Basis der politischen Arbeit des Städteverbandes ist Artikel 50 der Bundesverfassung, der den Bund zur besonderen Rücksicht auf die Interessen der Städte und Agglomerationen verpflichtet. Der Städteverband nimmt deshalb als ständiger Partner an den Vernehmlassungsverfahren des Bundes teil, arbeitet in Expertenkommissionen des Bundes mit und unterhält regelmässige Kontakte zur Bundesverwaltung und zum Parlament und dessen Kommissionen.
Generalversammlung des Städteverbandes und zugleich der Höhepunkt im Städte-Jahr ist der Städtetag, der jeweils Ende August stattfindet. Dem Verband sind sieben Sektionen angeschlossen. Zur fachlichen Bearbeitung von Fachthemen unterhält der Städteverband zudem Kommissionen und Arbeitsgruppen.
Neben den verbandseigenen Gremien wirkt der Städteverband in zahlreichen weiteren Organisationen und Institutionen mit, beispielsweise in der Tripartiten Konferenz (TK). Getragen vom Bundesrat, der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK), dem Schweizerischen Gemeindeverband und dem Städteverband institutionalisiert die TK den Dialog zwischen den Staatsebenen und erarbeitet in wichtigen politischen Dossiers gemeinsame Positionen.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
Weitere Informationen und Links:
Info
Der Artikel "Städte lehnen die Initiative «Keine 10 Millionen-Schweiz» klar ab" wurde von Schweizerischer Städteverband auf Tagesthemen publiziert als Top-News. Wenn auch Sie Ihre Medienmitteilungen auf Tagesthemen publizieren möchten, finden Sie weitere Informationen auf unserer Webseite. Nutzen Sie die Reichweite von Tagesthemen, um Ihre Mitteilungen einem breiten Publikum zugänglich zu machen und Ihre Botschaften effizient zu verbreiten.
Newsletter abonnieren
Auf diesem Link abonnieren Sie unseren Newsletter und sind stets aktuell informiert.Eigene News publizieren
Haben Sie eine aktuelle Firmeninformation oder ein Angebot, dass Sie hier publizieren möchten?Auf diesem Link erfassen Sie die entsprechenden Informationen.















