Während in Teilbereichen wie den erneuerbaren Energien leichte Fortschritte erkennbar sind, verschärfen sich soziale Ungleichheiten und die Umweltkrise weiter. Der Bundesrat räumt selbst ein, dass zentrale Ziele - insbesondere in den Bereichen nachhaltiger Konsum, Klima, Biodiversität, Armutsreduktion, bezahlbarer Wohnraum, Diskriminierungsschutz und Entwicklungshilfe - verfehlt werden. Statt notwendige Massnahmen zu ergreifen, steht der Bundesrat auf die Bremse und stuft die Priorität der Agenda 2030 herunter.
"Die Schweiz hat das Potenzial, durch Investitionen in Nachhaltigkeit eine internationale Vorreiterrolle einzunehmen - als Garant für Sicherheit und Wohlstand. Stattdessen verwaltet der Bundesrat den Status quo und kapituliert vor den Herausforderungen", kritisiert Rianne Roshier, Direktorin der Plattform Agenda 2030.
Andreas Lustenberger, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz und Vertreter der Zivilgesellschaft in der Schweizer UNO-Delegation an der derzeit laufenden UNO-Konferenz in New York, ergänzt: "Die Umsetzung der Agenda 2030 ist kein Selbstzweck, sondern liegt im ureigenen Interesse der Schweizer Bevölkerung."
Forderungen der Zivilgesellschaft bis 2030 und darüber hinaus
Als Antwort auf den mangelnden politischen Willen fordert die Zivilgesellschaft in der Petition echte Nachhaltigkeit und eine konsequente Einhaltung der Verpflichtung, die 2015 ratifizierten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung umzusetzen. Die Petition ruft dazu auf, einen glaubwürdigen Aktionsplan auszuarbeiten: Die Schweiz soll einen detaillierten Fahrplan mit verbindlichen und konkreten Massnahmen vorlegen, der erklärt, wie die Schweiz die Ziele bis 2030 erreichen will.
Die zivilgesellschaftliche Plattform Agenda 2030, in der 50 Vereine, Verbände, NGOs und Gewerkschaften zusammengeschlossen sind, appelliert an den Bundesrat, in den verbleibenden vier Jahren bis 2030 mutige Schritte zu unternehmen:
- 1. Entwicklungszusammenarbeit: Erreichen des UNO-Ziels von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für die internationale Zusammenarbeit - für Friedensförderung, Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, internationalen Klimaschutz, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.
- 2. Armutsbekämpfung: Eine ambitionierte Strategie mit wirksamen Massnahmen zur Reduktion der Armut und zur Förderung von Chancengerechtigkeit in der Schweiz.
- 3. Klima und Subventionen: Konsequenter Abbau umweltschädlicher Subventionen und ein starkes Engagement an der kommenden Klimakonferenz COP31 im November in der Türkei.
- 4. Wirtschaftsstandort: Stärkung der Kreislaufwirtschaft sowie Einführung ambitionierter Umwelt- und Sozialstandards für Unternehmen und den Finanzplatz.
Diese Forderungen wird die Zivilgesellschaft in ihrem Statement in New York zum Länderbericht der
Schweiz einbringen. In ihrer Stellungnahme zuhanden der UNO schreibt sie: "Obwohl die Regierung
diese Defizite anerkennt, führt sie weiterhin Haushaltskürzungen in wichtigen Umwelt- und
Sozialbereichen durch und erhöht gleichzeitig die Militärausgaben. Als eine der reichsten Nationen
der Welt muss die Schweiz ihre Verantwortung wahrnehmen und eine globale Vorreiterin für
humanitäres Engagement und nachhaltige Entwicklung werden, indem sie aktiv in den nachhaltigen,
gerechten und zukunftsfähigen Wandel investiert und die Diskussionen rund um
Einladung - Einreichung der Petition
Die Plattform Agenda 2030 und ihre Mitgliedorganisationen reichen am 9. Juli die Unterschriften der Petition in der Bundeskanzlei ein. Die Medien sind herzlich eingeladen. Die Fotos stehen ab dem 9. Juli ab 15 Uhr in diesem Ordner zur Verfügung: Appell_Agenda2030_Visuals
9. Juli 2026, 11:00-11:45 Uhr
Bundesterrasse, 3011 Bern
Die Plattform Agenda 2030 ist ein Zusammenschluss von rund 50 zivilgesellschaftlichen Akteur:innen aus den Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit, Umweltschutz, Gender, Frieden, nachhaltiges Wirtschaften sowie Gewerkschaften. Wir setzen uns dafür ein, dass die Schweiz die Agenda 2030 umsetzt. Wir beteiligen uns an politischen Prozessen, fordern Politik und Verwaltung mit eigenen Analysen und Handlungsvorschlägen heraus. Wir vernetzen zivilgesellschaftliche Akteure der Schweiz und suchen nach nachhaltigen und zukunftsfähigen Lösungen.
www.plattformagenda2030.ch
Die Schweiz beteiligt sich an der freiwilligen internationalen Berichterstattung zur Umsetzung der Agenda 2030. Die UNO lädt die Mitgliedsstaaten dazu ein, in regelmässigen Abständen über die Umsetzung in ihren Ländern zu berichten. Der Schweizer Länderbericht zur Umsetzung der Agenda 2030 gibt einen Überblick über den Umsetzungsstand der Agenda 2030 durch die Schweiz, lokal wie global. Darin werden die wichtigsten Chancen und Herausforderungen präsentiert, die für die Schweiz auf dem Weg zum Erreichen der 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung bestehen. Der Bericht wird im Rahmen des Hochrangingen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung (7.-15. Juli 2026) an der UNO sowie den jeweiligen Bevölkerungen präsentiert.
Für weitere Auskünfte:
Rianne Roshier, Geschäftsführerin der Plattform Agenda 2030,
079 746 54 16
Patrik Berlinger, Co-Präsident der Plattform Agenda 2030, 078 842 87
93
Andreas Lustenberger, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz, zurzeit als Vertreter
der Schweizer Zivilgesellschaft am High Level Political Forum der UNO zur Agenda 2030 in New
York, 076 523 80 38

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